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 #PARKOMANIE 2020

     KunstWandel im Alten Park Burgwedel

            04.Juli bis 30. September 2020

Der kunstverein burgwedel-isernhagen ruft 2020 zur „#PARKOMANIE 2020“ auf.

Dazu hat der kunstverein am 04. Juli 2020 ab 16 Uhr vier Künstlerinnen und einen Künstler der Bildenden Kunst mit Arbeitsschwerpunkten Installation,Skulptur und Plastik eingeladen, die sich mit dem Park als solchem, der Interaktion zwischen Park, Öffentlichkeit und Besucher/in - unter Einbeziehung des Titels/Begriffs „#PARKOMANIE 2020“ auseinandersetzen.

 

Seit 2008 verwandelt der kunstverein burgwedel-isernhagen den Alten Park an der Thönserstraße in Burgwedel einmal im Jahr für mehrere Monate in eine öffentliche 24 Stunden Galerie. Der kunstverein möchte mit diesem speziellen Format unter anderem dazu beitragen, Hemmschwellen abzubauen, indem sich die Kunst in den öffentlichen und frei zugänglichen Raum, also zum Menschen hin, begibt: Ein gezielter Beitrag, Kunst zu erleben und ihr eine größere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu ermöglichen.Laut Habermas gilt „die Öffentlichkeit als ein kommunikativer Ort der Meinungsbildung und Meinungs-äußerung, an dem verschiedene Personengruppen miteinander gesellschaftliche Probleme erörtern und die sogenannte öffentliche Meinung formulieren“.

 

Den Besucher empfängt ein ebenerdiges Kunstwerk des Crailsheimer Rasenzeichners Ralf Witthaus im Eingangsbereich zum Park. Ralf Witthaus arbeitet mit Akku- und Motorsensen, mit denen er seine Kunstwerke in den Rasen schneidet. Zum Thema "Parkomanie" hat er eine kreisrunde Komposition entworfen, die einen Betrachtungspunkt zur umgebenden Landschaft erzeugt. Steht man innerhalb des Kreises, kann man umlaufend den Satz lesen: „seid, was ihr seht, und empfangt was ihr seid“. Damit bezieht der Künstler sich auf das, was die Wirkung von Vorhandenem ausmacht. Das langsame Zuwachsen und Verschwinden des Kunstwerkes während der Ausstellungsdauer gehört zur Kunst dazu.

 

Unter dem Titel: „Zwei Seelen ... - ein Stück Rasen erzählt“ lädt die Audio-Künstlerin Natalie Deseke aus Hannover den Besucher auf ein Hörerlebnis zum aktuellen Zeitgeschehen ein. Im Parks seufzt und kichert es, Stimmen sind zu hören. Während eine Stimme die eigene Depression offenbart und alles schwarz malt, klingt nur unweit entfernt die gleiche Stimme euphorisch und erzählt besessen von neuen Ideen über Gott und die Welt.Natalie Deseke entwickelt u.a. in Anlehnung an Goethes Faust („Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust ...“) und anhand aktuelle Ereignisse ein teilweise wehmütig-melancholisches bis irrwitzig-skurriles inneres Zwiegespräch.

 

Ulrike Enders, die Hannoversche Bildhauerin, bekannt geworden durch ihre ihre Skulpturengruppe „Regenleute“ in der Nähe vom Kröpke in Hannover präsentiert in Burgwedel ihre aktuelle Arbeit "Dreiteiliger Mann". Sie sagt zu ihrem Werk „Drei Stammabschnitte einer Platane sind zusammengesetzt und grade soweit bearbeitet, dass sie als Männerfigur durchgehen. Schlips und Kragen reichen, sie als Herrn zu definieren“.

 

Mit „Erinnerte Landschaften Fotografie 2020“präsentiert Cornelia Urban aus Hannover ihren Standpunkt zur Landschaft als emotionaler Raum. Die Idee des englischen Landschaftsgarten, Thema der Ausstellung „Parkomanie“, orientierte sich an einer Malerei, welche eine idealisierte, idyllische Landschaft

darstellte. Das Bild der Landschaft wurde in der Romantik Träger für Empfindungen des Sublimen und Unheimlichen. Mit der Landschaft als Sehnsuchtsort ist auch das Motiv des Exotischen und dessen Klischee verknüpft. Die im Park gezeigte Serie inszenierter Fotografien „ Erinnerte Landschaften“ greift verschiedene Aspekte der Landschaftsdarstellung auf. Dabei werden Interieurs zu Landschaftselementen transformiert oder mit diesen kombiniert. Es entsteht eine Art Kammerspiel, bei dem die eingesetzten Mittel offengelegt werden. Die Fotografien werden im Format großer Postkarten in transparenten Boxen präsentiert und wie Souvenirs zum Verkauf angeboten.

 

Dagmar Schmidt, bildende Künstlerin aus Hannover ist mit zwei Arbeiten im Park vertreten.Einmal mit „Hausbaum“ Einen Hausbaum, auch Ahnenbaum genannt, bedarf es eigentlich in jedem neu anzulegenden Garten. Doch dieser ist etwas ganz Spezielles, wachsen doch auf ihm Häuser und so nimmt er den Begriff „Hausbaum“ wörtlich. Dieser Baum gehört in jeden Park! Die Häuser können von Insekten oder anderen kleinen Wesen bewohnt werden. Einmal gereift, können die Behausungen abgepflückt, auf den Boden gepflanzt zu ganzen Häusern wachsen… oder vielleicht doch wieder zu einem neuen „Hausbaum“?

Da Projekt „ BRAIN … unterwegs in Burgwedel“ ist im Alten Park durch eine Kette an ungehinderter Bewegung (besonders aus dem Park heraus) eingeschränkt, kann mit vorgegebenem Radius durch den Park bewegt werden. Durch unermüdliche, autorisierte, künstlerische Hilfe kann BRAIN IV während #PARKOMANIA 2020 ca. wöchentlich einmal durch die Straßen und Plätze von Burgwedel bewegt werden, macht mobil auf sich selbst und auf die Ausstellung im Alten Park aufmerksam.

 

Der Begriff „PARKOMANIE“ steht in Verbindung mit Hermann Ludwig Heinrich Graf von Pückler-Muskau, 1785 bis 1871, auch bekannt als „Der grüne Fürst“. Er beschreibt eine Sucht/Lust dieses extravaganten, begabten, gebildeten und höchst unterhaltsamen Adligen, ein Charmeur, Weltenbummler und Schriftsteller, der er genial und meisterhaft frönte: Die Planung und Umsetzung des (englischen) Landschaftsgartens, d.h., die Umgestaltung von Landschaft in kunstvolle, natürlich anmutende, parkartige Anlagen - oft in gigantischem Ausmaß und mit völlig neuer Topografie.

 

Die Tradition „Kunstwandel(n) im Park“ soll auch im 12. Jahr fortgesetzt werden. Für 2020 wurde bewusst das Thema/der Titel „#PARKOMANIE 2020“ gewählt, sich durchaus des vermeintlichen Widerspruchs bewusst, aber gerade deswegen! Es geht um die „alte“ Idee, das Positive, Lustvolle, Naturverbundene, Humane: hier die Hommage der Kunst an einen versteckten Ort, der gerade deswegen Wertschätzung und Aufmerksamkeit verdient, stell-vertretend für die vielen, oft unbeachteten, grünen Orte, die in der Summe erheblich und existenziell zu unserer Lebensqualität beitragen und wichtige Bausteine für das Klima, die Erholung und den Erhalt von Artenvielfalt sind.

 

Ralf Witthaus (*1973) studierte Kunst, Gestaltung und Internationales Kunstmanagement in Hamburg, Bielefeld, Enschede, Berlin, Köln und Düsseldorf.

 

Natalie Deseke, 2011-2013 Berufsbegleitendes Masterstudium Medien & Bildung (M.A.), Universität Rostock 1986-1991 Studium Studiengang Freie Kunst bei Prof. Ulrich Baehr, Fachhochschule Hannover,

 

 

Ulrike Enders (* 1944)

Humanistisches Abitur in Kempten/ Allgäu, Kunststudium –1970 an der HdK Berlin seit 1972 in Hannover. Seit 1980 Kunst im öffentlichen Raum.

Cornelia Urban,

Studium der Freien Kunst HBK Braunschweig, 2001 Diplom. 2002 / 2003 Meisterschülerin bei Prof. Lienhard v. Monkiewitsch Fachhochschule Hannover.

 

Dagmar Schmidt, Studium der Architektur und der Bildenden Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, an der Bauhausuniversität Weimar, Universität GhS Kassel und an der Burg Giebichenstein - Kunsthochschule Halle, Abschluss Diplom-Künstlerin, Meisterstudium Skulptur seit 1990 längere Studienaufenthalte in Spanien, Japan, Australien

 

 

#PARKOMANIE 2020

Kunstwandel im Alten Park Burgwedel

 

Ort: Alter Park, Thönserstraße, Großburgwedel

 

Zeitraum: 03.Juli – 30. September 2020

 

Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 24 Stunden

 

Eine Ausstellung des

kunstverein burgwedel artclub e.v.

forum für bildende künste

Büroadresse: Schulweg 2, 30916 Isernhagen

Tel: 0172 434 10 92

Mail: info@kunstverein-bwi.de

Website:www.kunstverein-bwi.de

 

 

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