IntraRegionale in Burgwedel Der Aufbau 04.06.2016

 

IntraRegionale

 

2016

Die Region Hannover wird zum Ausstellungsraum für großformatige Landschaftskunst und zeigt die Landschaftsräume aus ungewöhnlichen Blickwinkeln.


 

Zehn auf einen Streich: IntraRegionale wird mit einer Busfahrt eröffnet

 

Karten für die rollende Vernissage am 12. Juni können jetzt erworben werden

 

Die IntraRegionale 2016, das sind zehn aktuelle Positionen der

Landschaftskunst von zehn internationalen Künstlerinnen und Künstlern an zehn Orten in der Region Hannover – organisiert von zehn Kunstvereinen aus der Region Hannover. Zwischen Juni und September verwandeln sie die Region Hannover in eine Freiluft-Galerie. Vom Deister durch die Leineaue bis zum Steinhuder Meer setzen die temporären Installationen die verschiedenen (Kultur-) Landschaften in Szene und umgekehrt. Die Landart-Ausstellung beginnt mit einer Vernissage der besonderen Art: Am Sonntag, 12. Juni 2016, laden die beteiligten Kunstvereine zu einer ganztägigen Kunst(Bus)Tour

ein. Gemeinsam fahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einem Kunstwerk zum nächsten. Kreuz und quer geht es von morgens bis abends durch die Region. Führungen an den einzelnen Ausstellungsorten, Gespräche mit den Künstlern sowie Mittagessen in der Parkanlage des KulturGuts Poggenhagen sind im Fahrtpreis inbegriffen. Die Kunst(Bus)Tour ist die beste Art, die IntraRegionale 2016 als Gesamtschau zu erleben: kompakt, kommunikativ, lecker. Karten sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

 

Kunst(Bus)Tour (Vernissage)

Termin: Sonntag, 12. Juni 2016, 8 Uhr (ganztägig)

Treffpunkt: Großer Garten 5a (Parkplätze am TUS Marathon/Herrenhäuser Gärten),

Hannover

Orte: Die Route führt zu allen Ausstellungsorten

Leitung: Thomas Kaestle, Dauer: ganztägig;

Kosten: 29,80 € pro Pers. inkl. Verpflegung

Tickets: www.reservix.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Aktuelle Informationen: www.intraregionale.org

 

Der kunstverein burgwedel-isernhagen präsentiert auf einem Wiesengrundstück am Mühlenbruchdamm zwischen der Straßen Storchenwiese und Kuckucksbusch den international tätigen Licht- und Landartkünstler Jan-Philip Scheibe aus Hamburg mit dem Kunstprojekt „House of Wind“. In einem Rahmen aus Doppel T-Trägern (b 5,5m, t 2,2m, h 2,8m) werden an den waagerechten Streben umlaufend bunte Streifenvorhänge angebracht.

 

Aus der Werkbeschreibung des Künstlers:

Das Rauschen

Das Rauschen der nahen A7 vermischt sich mit dem Rauschen der Blätter und Zweige der mächtigen Weiden. Manchmal rauscht ein Zug auf der Strecke HH-H vorbei und komplettiert den Soundscape.

Das nahe Neubaugebiet ist schon nicht mehr so neu, die Bäume in den angelegten Gärten schon dreißig oder fünfunddreißig Jahre alt. Die Kinder der Neubaugeneration aus dem Haus. Vielleicht kommen einige bald mit der Enkelgeneration zurück, die Mieten in den großen Städten für Familien nicht mehr bezahlbar. Dann gibt es wieder Versteckspiel und Völkerball auf den Straßen. Aber nicht zu nah an den Bahndamm, so die Warnungen der Großeltern.

 

Die Storchenwiese

Die Bauarbeiten zur Erschließung der Wiese am Pötterteich sollen noch diesen Sommer beginnen. Aktueller Wohnbedarf ist also auch hier vorhanden. Verdichtung der Landschaft. Erst hinter dem Bahndamm beginnt dann die große Ferne der norddeutscher Kulturlandschaft. Dahinter liegt Hamburg mit Hafen und der Welt. Autobahn und Bahnstrecken waren ja schon immer Sehnsuchtsorte der Transition.

 

Die Baumgruppe in der Mitte und das Binsengras im versumpften hinterem Teil komplettiert das ideale Bild einer Wiese. Vielleicht dreimal in guten Jahren kommter der Bauer zum Heuschnitt. Ansonsten bietet die Wiese ein gelungene Kulisse für Spaziergänge mit dem Hund.

 

Während der Heumahd, dem ersten Heuschnitt im Frühsommer wird dieses Jahr auf der Wiese dem Sommerwind ein Denkmal gesetzt. Das „House of Wind“ macht durch die Streifen der bunten Vorhänge die Richtung und Intensität des Windes sichtbar.

 

Der Sommerwind

Die bunten Streifenvorhänge aus PVC oder PE Folie werden noch verkauft. In den 70er Jahren waren sie fast allgegenwärtig. An der thermopendoppelverglasten Tür des Neubaus aus Stahlbeton waren sie häufig ebenso angebracht wie an windschiefen Türen unrenovierter Bauernhäuschen.

Dazu sang Peggy March im schrebbeligen Transitorradio.

 

Ich kann mich an das Gefühl auf der Haut beim Durchgehen erinnern und an das Rascheln und das Aufbäumen der Streifen im lauen Sommerwind.

 

Zu diesen Sommererinnerungsbildern gehört das Eis, das damals noch aus direkt aus Kühltruhen privater Häuser an die Kinder der Nachbarschaft verkauft wurde. Oder der Himbeersirup in viel zu hoher Konzentration.

Die Intensität des Duftes der Sommerlandschaft, die Blumen und Schmetterlinge, die abstrahlende Wärme des Bodens noch bis tief in die Nacht.

Und dazu sang der Sommerwind.

 

Das Rahmengerüst aus oberflächenrostigen massiven Doppel T-Trägern wirkt auf der freien Wiese wie der verlassener Rest eines Behelfsbaues. Vielleicht wie die Ruine einer Ackerscheune einer bäuerlichen Landwirtschaft. Durch das Anbringen der Streifenvorhänge, deren Bewegungen im Wind, den vielfältigen Farben im Spiel mit den Sonnenstrahlen bekommt die schwere Konstruktion eine leichte, fast schon schwebende Anmutung. Ich mag diesen Kontrast.

Das „House of Wind“ bleibt unmöbliert. Vielleicht baut sich irgendjemand eine kleine Bank.

 

Jan-Philip Scheibe

1972 Geburt in Lemgo
lebt in Hamburg

Stipendien (Auswahl)

2013 Artist in Residence, platform Vaasa, FIN
2011 DIVA – Danish International Visiting Artists Exchange Programme, Aabenraa, DK
2011 Aufenthaltsstipendium Pro Artibus, Ekenäs, FIN
2006 Jahresstipendium der Künstlerhäuser Worpswede
2004 Projektförderung Goethe Institut La Paz, BOL

Geladene Wettbewerbe

2013 „Die sieben Schöpfungstage Gottes“ Friedhof Blankenese (wird realisiert)
2012 Platzgestaltung Nygade, Aabenraa DK (wird realisiert) mit Stefan Grundner
2011 „Licht.Wasser.Turm“ Lippstadt (besondere Erwähnung)
2010 Bärwaldersee 2010
2005 Skulpturbienale Münsterland (realisiert)

Ausstellungen/Projekte im öffentlichen Raum/Performance (Auswahl)

2013 Lichtpromenade Lippstadt
2013 FULL OF LIFE, Das kleine Schwarze, Hamburg
2013 shouldered street light, Spiekeroog/Norbotten/Worpswede

2012 MAIS//overhanging fruit, GrensWerte, NL/D
2012 Up the trees, Kunstmuseet Brundlund Slot, Aabenraa, DK
2012 ARTweek EXTRA! 2012, Aabenraa, DK
2012 happiness light, X-Bunker Sønderborg, DK
2012 shouldered street light/Lappland, PAiN/European festival of the light, Lappland, S

2011 shouldered street light/The Baltic Sea Journey, Pro Artibus Foundation Ekenäs, FIN
2011 shouldered street light, X-Bunker Sonderborg, Dk
2011 dual nature, ARTweek Exhibition Space, Aabenraa, Dk

2010 Land schaffen, Vorwerk Syke (kat.)
2010 Kulturgut Poggenhagen
2010 MARTa, Herford
2010 Universität Bonn
2010 Autotroph, Loki Schmidt Haus Hamburg

2009 Köln Skulptur 5, Skulpturenpark Köln (kat)
2009 "ARTweek“, Aabenraa DK
2009 Kunsthalle Lelkendorf (kat)
2009 „Das Paradies – ein verbotener Garten?“, KIK Hannover (K)
2009 Goethe Institut Schwäbisch Hall

 

Die Veranstalter der IntraRegionale 2016:

 

Imago – Kunstverein Wedemark e.V. (Bissendorf)
KIK e.V. – Kunst in Kontakt (Hannover)
KulturGut Poggenhagen e.V. (Neustadt a. Rbge.)
Kunstraum Benther Berg e.V. (Ronnenberg)
Kunst und Begegnung Hermannshof e.V. (Springe-Völksen)
Kunstverein Barsinghausen e.V.
kunstverein burgwedel-isernhagen artclub e.V.
Kunstverein Langenhagen e.V.
Kunstverein Neustadt a. Rbge. e.V.
Meerkunstraum e.V. (Wunstorf-Steinhude).

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